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Stromversorgung im Raum Albstadt

Im Jahr 1900 gab es in Albstadt noch keine öffentliche Versorgung mit elektrischem Strom. Wenige Firmen, beispielsweise die Trikotfabrik Jakob Ott in Ebingen, erzeugten in geringem Umfang elektrischen Strom für ihren Eigenbedarf. Es war allerdings auch erst neun Jahre her, daß es überhaupt gelungen war, elektrischen Strom über nennenswerte Entfernungen zu transportieren. Am 12. September 1891 leuchteten auf der Elektroschau in Frankfurt a.M. erstmals Glühlampen, die von Lauffen am Main aus gespeist wurden. Die Entfernung betrug immerhin 178 km.

Weitblickende Männer mit Pioniergeist, wie der Kommerzienrat Haux, erkannten die Zeichen der Zeit und versuchten, über den eigenen Bedarf hinaus, elektrische Energie nutzbar zu machen. Friedrich Haux erwarb 1901 die Abtsche Mühle in Veringendorf und ließ sie in eine Wasserkraftanlage umbauen. Im Jahr 1902 wurde der elektrische Strom von Veringendorf zur Ebinger Trikotfabrik Haux transportiert, in den nachfolgenden Jahren die Stromlieferung an Dritte aufgenommen. Somit konnte sich Ebingen zu den ersten mittleren Städten Württembergs zählen, die bereits um die Jahrhundertwende über eine eigene Elektrizitätsversorgung verfügten. Gleichzeitig begann hiermit die Geschichte des Elektrizätswerks Haux, das sich parallel zur Trikotfabrik entwickelte und diese sogar lange Zeit überleben sollte.

In Tailfingen begann die Stromversorgung mit einer langen Leidensgeschichte. Im Jahr 1899 fragte die Aktiengesellschaft für elektrische Unternehmungen aus München um die "Conzession" zur Versorgung mit elektrischer Energie in Tailfingen nach. Es läßt sich heute nicht mehr nachvollziehen, was daraufhin geschehen ist. Im Jahr 1903, nachdem sich die Stromversorgung in Ebingen bereits zaghaft entwickelte, hat Friedrich Haux versucht, auch die Genehmigung zur Versorgung Tailfingens zu erhalten. Gleichzeitig trat auch die Firma Fein aus Stuttgart und Tübingen mit dem gleichen Wunsch auf. Mit dieser Firma wurde noch im gleichen Jahr ein Vertrag abgeschlossen, der 1904 von der Stadt wegen Nichteinhaltung der Bedingungen wieder gelöst wurde. Die im Anschluß mit der Firma Franke aus Bremen geführten Verhandlungen zur Versorgung mit Licht und Kraft führten allerdings zum Bau eines Gaswerks im Jahr 1905.

Es dauerte bis zum Jahr 1909, bis der Firma Johs. Ammann & Söhne, Dampfsägewerk, erlaubt wurde, Tailfingen mit Strom zu versorgen. Ein entsprechender Vertrag kam erst 1910 zum Abschluß. Nach Ablauf der dort erteilten Konzession mit einer Dauer von 10 Jahren erwarb Tailfingen die Elektrizitätsversorgung Ende 1919 für 112.000 Mark und führte seitdem die Stromversorgung in eigener Regie fort.

In Ebingen und Tailfingen wurde bis in die zwanziger Jahre Gleichstrom verteilt. Während für Ebingen die Erzeugungsanlagen in Veringendorf kontinuierlich erweitert wurden, wurde in Tailfingen mit dem Oberschwäbischen Elektrizitätswerk ein Stromlieferungsvertrag abgeschlossen, mit dem Ziel, 15.000 V Drehstrom an die Gleichstromzentrale im Gaswerk heranzuführen. Zusätzlich wurde in den kommenden Jahren ein Schiffsdiesel als Reserve aufgestellt, da die Zubringerleitung noch sehr störanfällig war. Die installierte Leistung der Gleichstromanlagen konnte aus räumlichen Gründen nicht mehr erweitert werden und mit steigendem Energiebedarf fiel die Anlage in der Folge beinahe täglich wegen Überlastung aus. Dies geschah selbstverständlich besonders dann, wenn die elektrische Energie am dringendsten benötigt wurde.

Dieser Zustand bewirkte, daß in Ebingen wie in Tailfingen ab Mitte der zwanziger Jahre die Umstellung auf das noch heute gebräuchliche und wesentlich leistungsfähigere Drehstromsystem erfolgte. Auch in Ebingen wurde ab diesem Zeitpunkt Strom von den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (als Vorgänger der EVS und der heutigen EnBW) zugekauft, da die Eigenversorgung nicht mehr in ausreichendem Maße ausgebaut werden konnte.

Im Laufe der Jahrzehnte mußte durch weitere erhebliche Investitionen zusammen mit dem Stromlieferanten dem kontinuierlich steigenden Energiebedarf Rechnung getragen werden. In den beiden Städten wurden Drehstrom-Ringleitungen und Transformatorenstationen gebaut, die die Spannung von 15.000 V auf die im Haus gebräuchlichen 220/380 V heruntertransformierten. Anfang der fünfziger Jahre entstand in Ebingen das Umspannwerk, das eine Versorgung aus dem neuen überregionalen 60.000 Volt-Netz ermöglichte. Später erhöhte sich die Versorgungsspannung in den Umspannwerken auf 110.000 V, die großräumige Verteilung in den Ortsnetzen wurde auf 20.000 V umgestellt.

Auch bei Gründung der Stadt Albstadt im Jahr 1975 verblieb die Stromversorgung im neuen Albstadt in den verschiedensten Händen. Neben der bereits erwähnten Firma Haux in Ebingen, den Stadtwerken in Tailfingen und Truchtelfingen versorgten noch die Firma Hagg in Lautlingen, Knapp in Laufen sowie die EVS als Nachfolger der OEW in Burgfelden, Margrethausen, Onstmettingen und Pfeffingen auf Albstädter Gemarkung die Bevölkerung mit Strom.

Wenige, fast statische Entwicklungen, wie die Übernahme der Stromversorgung in Lautlingen von der Firma Hagg im Jahr 1976 durch das EW Haux und die Übernahme der Versorgung des Stadtteils Laufen von der Familie Lohr im Jahr 1991 durch die Stadtwerke, folgten in den kommenden Jahren.

Kommunale Werke, wie in unserem Falle die Stadtwerke Albstadt, kamen ihrer Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit zum Sparen natürlicher Ressourcen und Schutz der Umwelt nach und bauten in den 80er und 90er Jahren die Eigenerzeugung mit energie- und umweltschonenden Techniken wie Blockheizkraftwerken stark und engagiert aus.

Erst der Jahreswechsel 1997/1998 brachte eine großräumige Entwicklung in diese Landschaft der verschiedensten Versorger: die Stadtwerke Albstadt kauften alle noch nicht im eigenen Besitz befindlichen Netze auf und wurden mit dem 1.1.1998 zum mit Abstand größten Stromversorger im Zollernalbkreis.

Schon kurze Zeit später, im Frühjahr 1998 wurde in Deutschland mit einem Schlag die Europäische Energierichtlinie umgesetzt. Diese löste per Gesetz alle bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Monopole bei der Stromversorgung auf und "verordnete" den freien Wettbewerb auf dem Strommarkt. Dieser setzte bereits kurze Zeit später mit einer enormen Heftigkeit im Preiskampf ein.

Die Nähe zum Kunden und eine attraktive Preisgestaltung sind die großen Vorteile von örtlichen Stadtwerken. Zusammen mit dem Angebot anderer Energiearten und der Wasserversorgung hilft dies die Stellung der Stadtwerke in der Zukunft zu sichern.

Technisch ist die zuverlässige Versorgung der Stadt mit elektrischer Energie heute eine Selbstverständlichkeit. Die Frage nach dem zuverlässigen Stromlieferanten muß in der Zukunft allerdings jeder Kunde selbst beantworten. Er hat mit dem Recht, seinen Lieferanten frei zu wählen, allerdings auch die Verpflichtung übernommen, über die Herkunft dieser Lieferung Verantwortung zu übernehmen. Guter und sauberer Strom hat auch in Zukunft keine Farbe, sondern nur eine Herkunft. Er ist entweder sauber und umweltschonend und "nur" günstig oder er ist außerordentlich preiswert und stammt mit Sicherheit aus umweltschädlichen Quellen, besonders Kernkraftwerken. Die Albstadtwerke haben diesem gesteigerten Bewußtsein beim Verbraucherverhalten mit dem Produkt Albstrom Rechnung getragen.

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