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Zukunft durch Dienstleistung
 
Der 9. Dezember 2002 setzt den Albstadtwerken ein grünes Signal: Mit dem überzeugenden Ja des Gemeinderates zur Übernahme der „Betriebsführung Wasser“ in Stetten a. k. M. ist Alb-stadts Energieversorger ein weiterer Schritt zum regionalen „Dienstleistungsunternehmen“ gelungen. Dieser Erfolg ist mehr als ein künftiger Zusatzposten auf der Habenseite der Bilanz. Denn er zeigt, wo sich die Albstadtwerke künftig zu positionieren gedenken.
Frank Schöller, als kaufmännischer Geschäftsführer seit gerade mal sechs Monaten in Amt und Wür-den, hat guten Grund, sich über diesen ersten persönlichen Erfolg zu freuen. Standen als Partner im Wettbewerb doch so „starke Geschütze“ wie der Energie-Riese ENBW und die ebenfalls größere FAIRENERGIE Reutlingen mit Albstadt im Wettbewerb um die künftige Betriebsführung eines Versor-gungsbereiches in einer Gemeinde. Aus dieser Tatsache allein lässt sich bereits ablesen, dass die Bedeutung des Aktes weit über die materiellen Aspekte hinausgeht.

Ziel: Kundennutzen schaffen

„Unser Ziel ist es, ein kompetenter und fairer Dienstleister für unsere Kunden zu sein“, markiert Frank Schöller die klar ausgewiesene Zielsetzung der Albstadtwerke GmbH. Eine maßvolle und gezielte Expansion dessen, was der Versorger im Angebot hat, ist da unerlässlich. Und dazu gehören eben nicht nur die bisher fünf Betriebsbereiche Strom, Gas, Wasser, Wärme und Bäder sondern die mit deren Betrieb verbundene Kompetenz als qualifizierter Partner.
„Wir können und wollen den Gemeinden, die von der Größe her mit der Aufrechterhaltung einer rei-bungslosen Energie- und Wasserversorgung aus Kostengründen überfordert sind, ein lukratives und interessantes Angebot machen, indem wir unser Knowhow und unsere Produkte zur Verfügung stel-len.“ Detlev Vogel weiß als Geschäftsführer Technik sehr gut einzuschätzen, von was er spricht. Denn bereits vor 15 Jahren hat Albstadt mit der Übernahme der Gasversorgung Gammertingen, Bitz und Winterlingen und der Gründung entsprechender Gesellschaften die Kapazität in den Versorgungsbe-reichen erweitert.
Heute ist man ein mittelständisches Unternehmen mit 200 Mitarbeitern und in der glücklichen Lage, die umfangreiche Kernkompetenz in allen Bereichen auch gegen klingende Münze zu „exportieren“. Und zwar mit einem flexibel angepassten, genau auf den Kundenwunsch zugeschnittenen „Maßan-zug“.

Auch Albstadt weiterbringen

Im Falle Stetten a. k. M. ist dies nun Pflege, Wartung und Erweiterung eines Wasserversorgungsnet-zes von insgesamt 42 Kilometern Länge und 5400 Zählern für insgesamt 5400 Einwohner in der Kerngemeinde Stetten und den Ortsteilen Frohnstetten, Unter- und Oberglashütte, Nusplingen, Stor-zingen. Und das heißt eben Rundum-Betreuung vom Hausanschluss bis zur Rechnungslegung und 24-Stunden-Störungstelefon. Alles inbegriffen außer der Lieferung des Wassers selbst. Das nämlich kommt von der Hohenberggruppe. „Wir wollen die Albstadtwerke weiter entwickeln und glauben, dass wir mit unserem Beispiel auch die Stadt weiterbringen“ – beide Geschäftsführer sind sich einig darin, dass sie die Chancen des seit 1998 geöffneten europaweiten Energiemarktes für ihre Kunden und sich selbst bestmöglich nutzen wollen, werden und können. „Und zwar in allen unseren Betriebsberei-chen. Um unsere eigene Selbständigkeit zu erhalten und/aber auch zugunsten der in unserem Akti-ons-Spielraum gelegenen Gemeinden.“

Zukunfts-Chancen nutzen

Diese unternehmerische Zielsetzung ist gar nicht so selbstverständlich. Denn diese Chancen, die europaweit vor fünf Jahren beim Sprung vom Monopol in den Markt eröffnet worden sind, konnten nur wenige Energieversorger – zumal nicht die „Kleinen vom Lande“ – so gut nutzen wie dies offensicht-lich in Albstadt gelungen ist. „Rund 70 Prozent aller vergleichbaren Stadtwerke mussten sich der wirtschaftlichen Allmacht eines Größeren beugen und ihre Selbständigkeit aufgeben“, verweist Detlev Vogel auf den zweifellos nicht einfachen Kampf ums souveräne Überleben. Der aber muss jeden Tag neu gewonnen werden. Und da darf man den Kopf nicht in den Sand stecken und vergangenen „schöneren“ Zeiten nachtrauern, als alles nach vertrautem und gewohnten Muster zuging. Die Geschäftsführung der Albstadtwerke macht allerdings nicht den Eindruck, als ob sie zu Letztgenannten gehört.


Zeitungsbericht Zollernalb Kurier vom 06.01.2003

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